Hydrogencarbonat im Wasser: Marken, Gehalt, Hintergründe

Mineralwasser ist mehr als nur ein Durstlöscher. Je nach Herkunft bringt es unterschiedliche Mineralien und andere natürliche Inhaltsstoffe mit sich. Einer der wichtigsten Begleiter dieser Wässer ist das Hydrogencarbonat. Dieses Ion neutralisiert Säuren und beeinflusst den Geschmack. In diesem Artikel erfährst du, was Hydrogencarbonat ausmacht, wann Wasser als hydrogencarbonatreich gilt und welche Auswirkungen es auf den Körper haben kann.

Was ist Hydrogencarbonat?

Hydrogencarbonat, häufig auch Bicarbonat genannt, ist kein Mineral im eigentlichen Sinn, sondern ein Bestandteil der Salze der Kohlensäure. Wenn Kohlendioxid unter der Erde mit Kalkstein in Berührung kommt, bildet sich Kohlensäure, die in Hydrogencarbonat zerfällt.

Abbildung eines Hydrogencarbonat-Moleküls

Dieses Ion ist basisch und dient als natürlicher Säurepuffer. Unser Körper bildet Hydrogencarbonat selbst, dennoch kannst du es über das Trinken von Mineralwasser aufnehmen. Es reguliert den pH‑Wert im Blut und trägt zu einem ausgeglichenen Säure‑Basen‑Haushalt bei.

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Ab wann gilt ein Wasser als hydrogencarbonathaltig oder als hydrogencarbonatreich?

Nach der deutschen Mineral‑ und Tafelwasserverordnung darf ein Mineralwasser als hydrogencarbonathaltig bezeichnet werden, wenn es mindestens 600 mg Hydrogencarbonat pro Liter enthält.

Heilwässer werden als hydrogencarbonatreich eingestuft, wenn sie rund 1 300 mg pro Liter oder mehr liefern.

Diese Grenzwerte helfen Verbraucherinnen und Verbrauchern, geeignete Wässer für eine basenbetonte Ernährung oder zur Unterstützung bei säurebedingten Beschwerden zu erkennen.

Schmeckt Mineralwasser mit viel Hydrogencarbonat besser?

Der Geschmack eines Mineralwassers hängt von mehreren Faktoren ab, darunter Kohlensäure, Mineralien und Spurenelemente. Hydrogencarbonat wirkt als Gegenspieler der Kohlensäure und puffert überschüssige Säuren ab.

Dadurch schmecken hydrogencarbonatreiche Wässer häufig weniger sauer und eher neutral und ausgewogen. Viele Menschen empfinden sie als besonders angenehm, weil die Säure auf der Zunge milder wirkt. Das ist jedoch subjektiv – manche bevorzugen die spritzige Note säurebetonter Wässer.

Säureneutralisierende Wirkung: Hydrogencarbonat in der basischen Ernährung

In der alternativen Ernährung wird häufig eine basische oder „alkalische“ Kost empfohlen, um ein Gegengewicht zu einer oft säurelastigen modernen Ernährung zu schaffen. Hydrogencarbonatreiches Wasser trägt zur Neutralisierung von Säuren bei.

Es kann den pH‑Wert im Körper stützen, indem es Säuren bindet und in Kohlendioxid und Wasser umwandelt. Auch Sportlerinnen und Sportler schätzen hydrogencarbonatreiches Wasser, weil es beim Abbau von Milchsäure helfen und die Muskulatur entlasten kann. Dennoch ersetzt es keine ausgewogene Ernährung; es ist eher ein Baustein in einem insgesamt gesunden Lebensstil.

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Ist Wasser mit viel Hydrogencarbonat magenfreundlich?

Viele Menschen trinken hydrogencarbonatreiche Wässer bei Magenbeschwerden wie Sodbrennen. Durch seine basische Wirkung kann Hydrogencarbonat überschüssige Magensäure binden und so die Symptome lindern. Auch bei Reizmagen oder leichten Verdauungsstörungen wird es gerne eingesetzt.

Allerdings reagiert nicht jeder Magen gleich: Für empfindliche Personen kann kohlensäurehaltiges Wasser zu Blähungen führen. Wer unter chronischen Erkrankungen leidet oder Medikamente einnimmt, sollte vor dem regelmäßigen Konsum eines Heilwassers ärztlichen Rat einholen.

Wassersorten mit viel Hydrogencarbonat

Hydrogencarbonatreiche Wässer stammen meist aus Regionen mit kalkreichen Gesteinsschichten. Die folgende Tabelle zeigt einige bekannte Marken und ihren Hydrogencarbonatgehalt. Sie verdeutlicht, wie stark der Gehalt variieren kann. Werte in Milligramm pro Liter können je nach Analyse leicht schwanken; die Angaben dienen als Orientierung.

Wassersorte / Marke Hydrogencarbonat (mg / l) Typ
Gerolsteiner Ursprung 3 144 Mineralwasser
Gerolsteiner Heilwasser 2 008 Heilwasser
St. Gero Heilwasser 1 775 Heilwasser
Staatl. Fachingen Still 1 846 Heilwasser
Gerolsteiner Sprudel / Medium 1 816 Mineralwasser
Hirschquelle Vital 1 429 Heilwasser
Gerolsteiner Naturell 577 Mineralwasser (hydrogencarbonathaltig)

Kann viel Hydrogencarbonat auch schlecht verträglich sein?

Ein Zuviel an Hydrogencarbonat ist bei normalem Konsum von Mineral- oder Heilwasser kaum zu erreichen. Dein Körper baut Hydrogencarbonat ab, indem es zu Kohlendioxid und Wasser zerfällt; überschüssiges Kohlendioxid atmest du aus.

Dennoch können sehr große Mengen basischer Wässer den pH‑Wert im Blut erhöhen und zu Alkalose führen – ein Zustand, der allerdings hauptsächlich bei übermäßigem Konsum von Natronpräparaten auftritt. Menschen mit eingeschränkter Nieren- oder Herzfunktion sollten vorsichtig sein, da die Mineralstoffbelastung generell höher ist. Wer Medikamente nimmt, klärt die Verträglichkeit am besten mit Ärztin oder Arzt ab.

Hier findest du Infos darüber, wie viel Wasser pro Tag generell empfehlenswert ist: Rechner: Wie viel Wasser trinken am Tag?

Fazit: Hydrogencarbonat als natürlicher Säurepuffer

Hydrogencarbonat sorgt im Mineralwasser für einen ausgeglichenen Geschmack und übernimmt im Körper wichtige Aufgaben. Ab 600 mg/Liter darf ein Wasser als hydrogencarbonathaltig bezeichnet werden, hydrogencarbonatreiche Heilwässer liegen deutlich darüber.

Wässer aus kalkhaltigen Regionen bringen diesen basischen Begleiter auf natürliche Weise mit und können bei säurebedingten Beschwerden hilfreich sein. Sie ersetzen keine medizinische Behandlung, aber sie können dir im Alltag ein angenehmes Getränk mit zusätzlichem Nutzen bieten.

FAQ zum Thema Wasser mit Hydrogencarbonat

Welche Funktionen erfüllt Hydrogencarbonat im Körper?
Es neutralisiert Säuren und unterstützt den Säure‑Basen‑Haushalt. Dadurch trägt es zur Stabilisierung des pH‑Werts im Blut bei und kann bei Sport oder einer säurebetonten Ernährung helfen.
Ab welcher Menge gilt ein Mineralwasser als hydrogencarbonathaltig?
Laut deutscher Verordnung müssen mindestens 600 mg Hydrogencarbonat pro Liter enthalten sein, damit ein Wasser diese Bezeichnung tragen darf.
Hilft hydrogencarbonatreiches Wasser bei Sodbrennen?
Die basische Wirkung kann überschüssige Magensäure binden und somit Sodbrennen lindern. Bei regelmäßigen Beschwerden sollte jedoch eine Ärztin oder ein Arzt konsultiert werden.
Kann ich hydrogencarbonatreiches Wasser täglich trinken?
Ja, viele Menschen integrieren es problemlos in ihren Alltag. Achte jedoch auf deinen individuellen Bedarf und bespreche bei bestehenden Erkrankungen die Menge mit Fachpersonal.
Unterscheidet sich der Geschmack von hydrogencarbonatreichen Wässern?
Oft schmecken sie milder und weniger sauer, weil Hydrogencarbonat Kohlensäure abpuffert. Ob du diesen neutraleren Geschmack bevorzugst, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks.